Mein dritter Tag Post-OP war ja mein vorletzter Tag, bevor ich wieder arbeiten mußte. Und ich war schon etwas aufgeregt, ob noch mal ein Rückschlag kommen würde, wie ich es von einigen anderen Mädels nach ihrer Fettabsaugung schon mal gehört hatte.
Aber ich hatte die Nacht wieder super geschlafen und war an diesem Montag noch viel beweglicher geworden.
Ohne die Tapes, die ich am Tag zuvor entfernen durfte, ziepte und drückte es bei Bewegungen viel weniger. Nur bei "akrobatischere Bewegungen" - dazu gehörte an dem Tag auch so etwas wie z.b. Stiefel anziehen - fühlte ich mich noch etwas eingeschränkt in der Beweglichkeit. An den abgesaugten Stellen war ich auch noch sehr berührungsempfindlich. Das merkte ich beim Auf-der-Seite-Liegen nun sogar noch etwas stärker als am vorherigen Tag, lag wahrscheinlich daran, daß mit den Tapes, die ich am Sonntag entfernt hatte, auch die Schaumstoffpolster weg waren, die den Druck etwas abpolstern konnten.
Ganz mutig unternahm ich dann einen neuen Duschversuch, und dieses Mal war es richtig schön, ich bekam auch keine Kreislaufprobleme mehr. Allerdings mochte ich noch nicht so richtig warm duschen, fand es lauwarm angenehmer. Und zum Abschluß fand ich ganz kaltes Abduschen sehr angenehm, soll ja auch für den Heilungs- und Abschwellprozeß förderlich sein. Das Mieder behielt ich beim Duschen an, wollte mir damit die Tortur des An-und Ausziehens ersparen, und dem Mieder tat so eine Dusche ja auch ganz gut.
Nervig empfand ich anschließend - nur mit Bademantel und nassem Mieder bekleidet - die Warterei, bis das angeblich schnell trocknende Mieder wirklich trocken war. Das dauerte leider viel länger, als ich gehofft hatte. Und im angezogenen Zustand mochte ich das Mieder nicht trockenföhnen, weil ich mit der heißen Fönluft nicht an meine empfindlichen Hautareale kommen wollte.
Am vierten Tag nach der OP, also dem letzten Tag, bevor ich wieder arbeiten mußte, hatte sich im Vergleich zum vorherigen Tag noch mal einiges getan. Bewegungen, die mir gestern noch "akrobatisch" vorkamen, gingen heute schon viel besser. Ich war aber immer noch sehr berührungs- und druckempfindlich an den abgesaugten Stellen. Das konnte z.B. sehr unangenehm sein, wenn ich bei jedem Nachhausekommen von einem 50 kg schweren Hund, der in seiner großen Freude kein Verständnis für durch eine Fettabsaugung verursachte Einschränkungen hatte, angesprungen wurde.
Ich habe auch einen Familienbesuch hinter mich bringen können, ohne daß jemand etwas von der Fettabsaugung oder den Einschränkungen gemerkt hat. Und Auto fahren ging dabei auch schon ohne Probleme. Allerdings fand ich es beim Sitzen im Auto angenehmer, wenn ich den Sitz etwas weiter nach hinten stellte, damit der Bauch nicht so einknicken konnte.
Am tollsten fand ich, daß ich noch am Morgen mit Dr. Pullmann telefoniert hatte und mal ganz vorsichtig anfragte, wann ich denn wieder mit Sport anfangen dürfe. Er meinte erst, daß ich nach einer Woche wieder vorsichtig starten könne, dabei aber auf meinen Körper hören solle.
Aber damit wollte ich mich noch nicht abfinden. Ich wollte am liebsten sofort wieder etwas machen können, denn immer nur Spazierengehen war mir auf Dauer zu wenig. Vor allem weil bei dem schlechten Wetter so langsam niemand mehr - von dem Hund vielleicht mal abgesehen - Lust hat mit mir mitzukommen.
Und da dachte ich mir, daß das Laufen auf dem Laufband im Fitness-Studio, wenn man es nur auf schnelles Gehen einstellt, sich ja gar nicht so sehr von einem normalen Spaziergang unterscheidet, habe mir am Telefon also von Dr. Pullmann "die Erlaubnis abgeholt", es heute mal ausprobieren zu dürfen.
Das habe ich dann auch gemacht, auf relativ kleiner Stufe, aber dafür ganze 90 Minuten und das hat mir sooooo gut getan.