Eine Brustvergrößerung ist ein operativer Eingriff, der in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt wird und unterliegt damit den üblichen Narkose- und Operationsrisiken, über die der PC und der Anästhesist in den Beratungsgesprächen detailliert aufklären sollten.
Risiken, die speziell im Zusammenhang mit Brustvergrößerungen auftreten können sind:
Asymetrisches Ergebnis:
Ein asymetrisches Ergebnis - wie z.B. unterschiedlich große Brüste - kann zeitlich begrenzt kurz nach der Operation auftreten, wenn die Brüste unterschiedlich stark geschwollen sind und der Heilungsprozess nicht genau gleichzeitig abläuft. Spätestens nach einigen Wochen sollte sich die Unterschiedlichkeit aber ausgeglichen haben.
Ein weiterer Grund für eine Asymetrie in Form und Größe kann in der Ausgangslage begründet sein. Asymetrien vor Brustvergrößerung , wie z.B. ungleich große Brüste, können - wenn nicht durch unterschiedlich große Implantate ausgeglichen wird - nach der Brustvergrößerung noch stärker sichtbar werden.
Sehr selten kann die Asymetrie durch ein verrutschtes oder gedrehtes Implantat verursacht sein. Siehe dazu auch Rotation/ Verrutschtes Implantat.
Bottoming Out:
So wird das das Abrutschen des Implantates nach unten genannt, während das Eigengewebe oben bleibt. Die untere Brusthälfte wirkt deshalb stark vergrößert und die Brustwarzen sitzen in der oberen Hälfte der Brust. Bottoming Out kommt eher bei Implantatlage über Brustmuskel vor.
Double Bubble:
Double Bubble kann bei Implantatlage unter dem Muskel vorkommen, wenn vor der OP schon viel Eigengewebe vorhanden war. Wenn dieses Eigengewebe mit der Zeit zu hängen anfängt, während das Implantat weiter vom Brustmuskel gehalten wird, entsteht ein welliger Eindruck, auch "Doppelbrust" genannt.
Kapselfibrose:
Es ist eine ganz normale Reaktion des eigenen Körpers, daß nach der Brustvergrößerung um das Implantat herum eine Kapsel gebildet wird. Diese Kapsel ist normalerweise sehr dünn und zart. In einigen wenigen Fällen (2-5 %) reagiert der Körper stärker auf das Implantat, bildet eine festere, dickere Kapsel, die sich im schlimmsten Fall zusammenziehen kann. Diese Form der Komplikation nennt man Kapselfibrose. Sie lässt sich nach dem Chirurgen Baker in 4 Stufen einteilen:
- Stufe 1: Die Brust ist leicht verhärtet, was man beim Abtasten spüren und eventuell auch beim Ultraschall sehen kann. Schmerzen treten nur selten auf.
- Stufe 2: Die Verhärtungen sind etwas stärker, die Brust spannt, und es können auch leichte Schmerzen auftreten.
- Stufe 3: Die Kapsel ist so fest und hart, dass das Implantat zusammengepresst werden und die Brust deformiert werden. Es treten oft schon starke Schmerzen auf.
- Stufe 4: Die Kapsel ist so fest, dass sie das Implantat stark zusammenpresst und starke Schmerzen verursacht. Ist die KF sehr weit fortgeschritten, besteht die Gefahr, daß das Implantat durch den starken Druck platzt.
Eine Kapselfibrose der Stufe 1 und 2 wird manchmal gar nicht bemerkt, muß in der Regel auch nicht behandelt werden. Bei den Stufen 3 und 4 ist ein operativer Eingriff erforderlich, bei dem die Implantate samt Kapsel entfernt werden.
Folgende Maßnahmen sollen nach verschiedenen Studien das KF-Risiko reduzieren können:
- Verwendung von texturierten Implantaten.
- Platzierung unter dem Brustmuskel (ist als Aussage umstritten, resultiert eventuell daraus, daß bei UBM öfter Drainagen gelegt werden)
- Möglichst gewebeschonende und blutarme OP-Technik
- Verwendung von Drainagen, die Blut- und Flüssigkeitsansammlung rund um das Implantat verhindern.
- Antibiotika Prophylaxe während der Operation und in der erste Woche danach zur Verhinderung von (latenten) Infektionen.
- Kompressions - BH zur festen Stützung damit das Implantat richtig in die präparierteTasche einwächst und sich das texturierte Implantat gut mit dem Körper verbindet.
- Laut einer wissenschaftlichen Studie treten 60 % aller Kapselfibrosen in den ersten 6 Monaten und 90 % innerhalb eines Jahres nach Operation auf.
- Bei Vergleich der Implantatlage entstanden danach 70% aller Kapselfibrosen bei Platzierung des Implantats über dem Brustmuskel und nur 30% bei Platzierung unter dem Brustmuskel.
Narben (keloide oder "verrutschte"):
Normalerweise sind die Narben nach einer BV sehr unauffällig, hell und dünn. Wenn aber jemand zu keloider Narbenbildung neigt, können die Narben wulstig und auffällig werden. In solchen Fällen kann man versuchen mit speziell dafür entwickelten Pflastern und Cremes das Ergebnis zu verbessern. Sollte das nicht zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen, kann man nach Abschluß der Heilungsphase auch eine Narbenkorrektur vornehmen lassen.
Den Eindruck von "verrutschten" Narben kann man dann gewinnen, wenn sich bei Brustfaltenschnitt die Brustfalte nicht an der vorgesehenen Stelle bildet. Die Narbe erweckt dann den Eindruck, daß sie gewandert ist. In der Tat hat sich aber nicht die Narbe bewegt, sondern das Implantat. Einige PCs versuchen dieses Risiko einer sichtbaren Narbe unterhalb der Brustfalte zu minimieren, indem sie die Narbe von Anfang an etwas höher setzen, so daß sie im Zweifel zwar auf der bloßen Brust zu sehen ist, nicht aber im Bikini oder BH.
Rippling:
Unter Rippling versteht man, daß Implantate wellig werden oder Falten werfen. Ein sicht- oder fühlbares Rippling tritt eher bei sehr schlanken Frauen mit wenig Eigengewebe auf. Rippling kann nur dort fühl- bzw sichtbar sein, wo die Implantate nicht von ausreichend Eigengewebe bzw dem Brustmuskel abgedeckt werden. Je weicher die Implantate sind, desto stärker kann das Rippling ausgeprägt sein.
Rotation bzw Verrutschen der Implantate:
Bei anatomischen Implantaten besteht die Gefahr, daß es duch eine eventuelle Rotation der Implantate zu einem asymetrischen, unnatürlich aussehenden Ergebnis kommt. Theoretisch können sich zwar auch runde Implantate drehen, dadurch kommt es in der Regel aber nicht zu Asymetrien. Das Risiko der Rotation kann reduziert weren, wenn die Implantathöhle durch den PC möglichst exakt präpariert und das Implantat achsengerecht eingelegt wird. Und von Seiten der Patientin, in dem der Heilungs- und Einwachsprozess in den ersten Wochen nicht durch ruckartige oder reißende Bewegungen gestört wird.
Ähnliches gilt für die Gefahr des generellen Verrutschens von Implantaten, was sowohl bei runden als auch anatomischen Implantaten auftreten kann, wenn die Implantathöhle nicht exakt präpariert wurde, oder der Einwachsprozess durch ruckartige oder reißende Bewegungen gestört wird.
Sensibilitäts-Störungen:
Bei dem operativen Eingriff werden Nerven durchtrennt, was meistens zeitlich begrenzt, manchmal aber auch dauerhaft zu Einschränkungen in der Sensibilität führen kann.
Stillfähigkeit:
Die Stillfähigkeit kann - muß aber nicht - beeinträchtigt sein. Das Risiko ist vor allem bei Einbringung des Implantats über den Brustwarzenhof gegeben.
Wundheilungsstörungen:
Eine weitere Komplikation können Wundheilungsstörungen sein. Das kommt vor allem dann vor, wenn man generell dazu neigt. Das Risiko ist dann am größten, wenn eine sehr große Spannung auf den Narben liegt, also bei Brustvergrößerungen mit sehr großen Implantaten oder bei gleichzeitiger Straffung und Brustvergrößerung.